Behinderung

Politische Erklärungen über Menschen mit Behinderung

Der UN-African Decade of Disability begann im Jahr 1999 als die Staats-und Regierungschefs der Afrikanischen Union eine Proklamation zur vollen Teilhabe, Gleichstellung und Förderung von Menschen mit Behinderung in Afrika verabschiedeten. Sie erkannten die Notwendigkeit, Möglichkeiten und Zugänglichkeit von Dienstleistungen für Menschen mit Behinderungen bereit zu stellen, sowie die Dringlichkeit, Vorurteile und falsche Einstellungen auszuräumen.
Im Mai 2010 erließen das Parlament von Tansania und der Präsident der Vereinigten Republik Tansania die „Persons with Disability Act, 2010“. Es sieht die volle und wirksame Teilhabe und Inklusion von Menschen mit Behinderungen in allen Bereichen der Gesellschaft, einschließlich Gesundheit, Pflege, soziale Unterstützung und Rehabilitation vor.
Die tansanische Regierung setzt nun einen Junior-Minister mit der Aufgabe für Behindertenfragen ein und weitere Politiker beginnen, ein größeres Interesse zu entwickeln.
Statistik über Personen mit Handicap in Iringa Region
Die – inoffizielle – Rate der Behinderung in der Region Iringa beträgt 2,3%. In Anbetracht der oben zitierten Schätzung von 1,8 Millionen Einwohnern der Region, muss es mindestens 41.400 Menschen mit Behinderung in der Region Iringa geben.
Trotz dieser offiziellen Daten liegt im Hauptdistrikt an der Grenze der Stadt Iringa der geschätzte Anteil der Erwachsenen, die mit einer Behinderung eingestuft werden, bei ungefähr 15% der Bevölkerung, welcher sehr hoch, wenn nicht der höchste in Tansania ist.

Soziale Ausgrenzung junger Menschen mit Behinderung

Eine der wenigen großen Studien/Konsultationen über behinderte junge Menschen in Afrika berichtet über beunruhigende Erkenntnisse wie anhaltende Ablehnung, Vernachlässigung, Missbrauch und Ausgrenzung von jungen Menschen mit Behinderungen.
Auch unsere eigenen Interviews mit Mitgliedern der örtlichen Behindertengruppen und Vertreter des staatlichen Krankenhauses zeigen, dass Menschen mit Behinderungen von der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Entwicklung innerhalb ihrer Gesellschaft ausgeschlossen sind. Die Mehrheit der Menschen mit Behinderungen in der Region befindet sich in extremer Armut und leidet aufgrund der Stigmatisierung ihrer Behinderung unter dem Ausschluss von Möglichkeiten, die nur nichtbehinderte Menschen haben.

Leben mit Behinderungen

Generell gehören wegen ihrer engen Verbindung zur Armut Beeinträchtigung und Behinderung eines Menschen zu den Fragen seiner Entwicklungsmöglichkeiten .

  • Armut ist die Hauptursache von Beeinträchtigung und Behinderung.
  • Armut ist der Hauptgrund, dass es nur wenige Dienstleister und wenig Unterstützung für Menschen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen gibt.
  • Beeinträchtigung und Behinderung schaffen Armut einer großen Zahl von Menschen in den Gemeinden in dieser Region.

Entwicklung konzentriert sich in erster Linie auf die Reduktion, wenn nicht sogar die Beseitigung der Armut. Ein großer Teil der Entwicklungsaktivitäten strebt eine Veränderung der Einstellungen und Verhaltensweisen der Menschen an.

Die Ärmsten der Armen sind die behinderten Menschen, besonders die Kinder

Kinder mit Behinderungen sind ein seltener Anblick in einem Dorf in der Region von Iringa. Während es für Erwachsene eine Einschätzung des Prozentsatzes gibt (15%), so existieren keine vergleichbaren gültigen Angaben für Kinder. Es ist daher sehr wahrscheinlich, dass Kinder mit Behinderungen entweder versteckt werden oder von ihren Eltern – in bestimmten Stammesgruppen – manchmal im Busch nach der Geburt verlassen werden. Bedenkt man, dass viele von ihnen ohne Behandlung sterben bevor sie das Erwachsenenalter erreichen, wird geschätzt, dass die Prozentsätze für die Behinderung in der Kindheit höher als 15% sind.
Mütter werden von ihren Männern verlassen. Sie müssen für den Lebensunterhalt, die Schulbildungskosten und das behinderte Kind sorgen. Oft werden die Kinder versteckt, um nicht beschämt zu werden.
Im Allgemeinen ist es nicht üblich die Frauen im Krankenhaus über die Behinderung aufzuklären. Sie werden ohne weiteren Kommentar nach Hause entlassen. Bei einer Hausgeburt sind die Frauen sich selbst überlassen. Es geht hier darum, die Mütter zu erreichen, sie aufzuklären, welche Behinderung ihr Kind hat und wie sie ihm helfen kann.
Kindern oder Erwachsenne mit Behinderungen soll geholfen werde,n ihr Recht auf die Erfüllung der Menschenrechten zu erhalten wie zum beispiel Eingliederung in die Gesellschaft mit gleichzeitiger Inanspruchnahme von Schulbildung und Ausbildung.
Auch aus religiöser Sicht sollen die Menschen von ihrer bedingungslosen Annahme durch Gott erfahren, nämlich der Liebe Gottes für jeden Menschen. Sie wird die Kinder mit Behinderungen zurück in die Gemeinschaft holen und auch den Familien neue Hoffnung schenken.