gemeindenahe Rehabilitation

Community Based Rehabilitation = gemeindenahe Rehabilitation:

So heißt das Rehabilitationskonzept der Weltgesundheitsorganisation für Entwicklungsländer. Menschen mit Behinderung sollen nicht nur in spezialisierten Zentren, sondern auch zuhause und in ihren Dörfern versorgt werden. Diese sehr komplexe Strategie braucht das Zusammenwirken von verschiedenen Akteuren und die Unterstützung der Regierung.

NeemaReha hat dazu verschiedene Initiativen auf den Weg gebracht:

Durch eine Serie von Seminaren konnte für insgesamt mehr als 250 Personen in verantwortlichen Positionen, die nahe an der Gesellschaft und an den Menschen mit Behinderung arbeiten, ein Bewusstsein für Behinderung und Rehabilitation geweckt werden. Durch diese Seminare sind Dorfvorsteher, Sozialarbeiter und Pastöre aus allen Ortsbezirken in der Stadt Iringa und im Landkreis Iringa erreicht worden. Als nächstes sind diese Seminare im Landkreis Kilolo geplant.

Durch Besuche mit einer mobilen ärztlichen Sprechstunde konnte ein Eindruck über die Lebenssituation und die medizinische  Versorgung in sehr entlegenen Dörfern gewonnen werden. Auch dienten diese Besuche dazu, NeemaReha bekannt zu machen.

 

Angedacht ist auch die Schulung von einzelnen Personen aus den Dörfern, die dann in der Lage sind, sich vor Ort um Menschen mit Behinderungen zu kümmern. Dazu arbeitet bei NeemaReha seit 2020 eine Entwicklungshelferin mit der Qualifikation für Sonderpädagogik.

Solch ein gemeindenahes Programm in Dörfern und Gemeinden (CBR = Community Based Rehabilitation Program) fördert die Akzeptanz der sozialen Gemeinschaft gegenüber Menschen mit Behinderungen im besonderem Maße.

Diese Dorfbesuche auszuweiten, ist das Ziel der kommenden Jahre.

Ziel unseres Outreach-Programmes ist es, den Gedanken der gemeindenahen Arbeit zu verfolgen. Dieser ermöglicht es Veränderungen vor Ort anzustoßen, welche im Rahmen der kulturellen Möglichkeiten durchführbar sind. Hierdurch sollen nachhaltige Prozesse entstehen, die den Weg in eine inklusive Gesellschaft ebnen sollen.

Im Rahmen unseres Outreach-Programmes wollen wir daher zunächst eine Umfrage starten. Es sollen verschiedene Personengruppen berichten, welche Problemfelder sie für Menschen mit einer Beeinträchtigung in der Gesellschaft wahrnehmen, wo sie selbst direkten Kontakt haben, wie sie diesen wahrnehmen und was sie für Möglichkeiten zur Verbesserung der Situation sehen. Dadurch hoffen wir, die Lebenssituation der Menschen und deren Probleme bestmöglich erfassen zu können.

Im zweiten Schritt wollen wir aufgrund der Ergebnisse dieser Umfragen Seminarinhalte erarbeiten, die genau diese Lebenswirklichkeit aufgreifen und dazu animieren sollen, dass jedes Mitglied der Gesellschaft seinen Teil zu einer inklusiven Lebensweise beiträgt.

Unser Outreach-Programm soll in dem Distrikt Kilolo starten. Aufgrund der Corona-Pandemie haben sich unsere Pläne leider etwas verzögert. Nach aktuellem Stand hoffen wir, nun im August starten zu können, so dass im September die ersten Seminare stattfinden können.