Fieldworkerprogramm

Vorbereitung der zukünftigen Dorfarbeit ab 2020

Im Juli 2017 hat die Regierung das Team NeemaRehabilitation gebeten, erst die Mitarbeiter im Gesundheitsamt der Stadt Iringa und die Verantwortlichen der einzelnen Bezirke – sie werden wards genannt- über das Thema Behinderung und Rehabilitation zu schulen.

So führte das Team von NeemaRehabilitation von August 2017 bis April 2018 acht Seminare durch und schulte mehr als 250 Personen.

Ein Ward umfasst jeweils 3-4 Dörfer. Von jedem Ward schickte die Regierung drei Verantwortliche. Dazu wurde ferner ein Pastor der Anglikanischen Kirche eingeladen und weitere Personen von den caritativen Einrichtungen der Stadt, den Verbänden für Menschen mit Behinderungen und anderen religiösen Einrichtungen. Die Teilnehmer haben sich schon während des Seminars zusammen gesetzt und ein Kommite gegründet, das die Situation vor Ort gestalten wird.

Wir freuen uns, dass im August 2019 nun eine weitere Physiotherapeutin und im Januar 2020 eine Sonderpädagogin kommen werden, die dann mit den bereits vorhandenen Mitarbeitern die Dorfarbeit fördern werden.

 

Start des Dorfprogramms im Dezember 2017

Ausgehend von der Einladung eines anglikanischen Pastors haben wir uns mit unserem ganzen Team über 100 km (2 ½ Std.) auf den Weg in ein Dorf am Rand der Region Iringa gemacht. Hier gibt es fast keine Infra-struktur, d.h. kein Strom und keine Wasserversorgung. Die nächste Basisgesundheitsstation ist 15 km entfernt (30 min Autofahrt über Lehmstraße), das Krankenhaus – aber immer noch ohne Facharzt – nochmals 1 Std. weiter. Dort waren wir schon mit Lautsprecherwagen angekündigt worden.

Als wir das Dorf erreichten, waren viele Menschen schon am Dorfmittelpunkt unter einem Baum versammelt. Dort wurden Tische und Stühle aufgebaut und der Pastor stellte uns den Dorfbewohnern vor.

 

Ein kleiner Raum von weniger als 8qm, ausgestattet mit einem Tisch als Untersuchungsliege diente uns als Sprechzimmer.

 

 

 

 

Die Anmeldung erfolgte davor im Schatten eines Baumes. Es kamen nicht nur Familien mit ihren behinderten Kindern, sondern auch 3 ältere Leute (> 85 Jahre) und Patienten mit Epilepsie, Tuberkulose, offenem Bein, Sehbehinderung. Auch wenn viele Beschwerden nicht sofort behandelt werden konnten, so konnten wir zumindest neue Behandlungswege bahnen und etwas Hoffnung vermitteln. Aber manchmal stoßen wir auch gänzlich an unsere Grenzen: Eine 34-jährige Oma, die letztes Jahr ihr 7. Kind verloren hat, ist nun nach einer neuerlichen Entbindung offensichtlich in eine Depression gefallen.

Gershom konnte unser Projekt den wartenden Bewohnern vorstellen. Einige waren aus Neugier und auch Interesse gekommen, um mehr zu erfahren.

 

Am Ende des Tages lud der Pastor uns noch zum Essen ein, ein starkes Zeichen seiner Gastfreundschaft und Dankbarkeit. Das nächste Mal sollen wir in das nächste Dorf kommen, wo weitere 30 Kinder auf uns warten würden.

 

 

 

Solch ein gemeindenahes Programm in Dörfern und Gemeinden (CBR = Community Based Rehabilitation Programme) fördert die Aufmerksamkeit der sozialen Gemeinschaft gegenüber Menschen mit Behinderungen im besonderem Maße.

Diese Dorfbesuche auszuweiten ist das Ziel der kommenden Jahre.

Es gibt bereits ein bestehendes Netzwerk von Community Health Worker, die in über 40 Dörfern arbeiten. Die Community Health Worker sind Bewohner der Dörfer, die das Vertrauen der Bevölkerung genießen und den Kontakt zu den einzelnen Personen haben. Sie kennen die Situation der einzelnen Dorfbewohner und Familien gut. Sie werden in den Dörfern schon im Schulungsprogramm zum Thema „mother and child care“ und „Aids“ angeleitet.

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Im Juni 2016 konnten wir die Möglichkeit nutzen und uns die Arbeit in zwei Dörfern anschauen, die eine Organisation durchführt.P1070908wDie Idee besteht darin, das Personal auch zum Thema „Behinderung“ zu schulen. Dafür brauchen wir aber noch mehr Personal.